Vereinbarungen für eine Games Night
Wo Menschen aufeinander treffen, braucht es Vereinbarungen. Wo sie sich dabei verletzlich zeigen, braucht es besonders achtsame. Facilitator*innen schaffen den sicheren Rahmen, indem sie zu Beginn einer Games Night die folgenden Agreements mit der Gruppe teilen. Besprich sie mit deinen Teilnehmer*innen und bitte um ein Handzeichen als Einverständnis.
Diese Agreements orientieren sich an den fünf Prinzipien des Authentic Relating und stammen aus der Praxis von Authentic Revolution.
1. Respektiere dich selbst
Du bist deine oberste Priorität. Wenn du körperliche oder emotionale Bedürfnisse hast, die dich daran hindern, voll bei den Spielen dabei zu sein, kümmere dich zuerst darum. Du kannst jederzeit bei einem oder allen Spielen aussetzen oder deine Meinung ändern. Je mehr du Verantwortung für dich übernimmst, desto freier können du und andere spielen, ohne sich um unausgesprochene Bedürfnisse zu sorgen!
2. Begegne deinen Grenzen
Authentic Relating Games sollen uns an Orte führen, die wir in Alltagsgesprächen selten betreten. Du könntest Angst, Wut, Freude, Verlangen oder andere Gefühle vielleicht stärker als je zuvor erleben! Diese Spiele laden dich ein, dich behutsam an die Grenze des Unbehagens zu wagen, das mit echter Authentizität einhergeht – in einem Raum, der für Verletzlichkeit sicher ist. Finde deine eigene Grenze und wage dich an neue Formen des Teilens und Zusammenseins heran. In den ART-Kursen hörst du immer wieder deren Redewendung “Lean into your edge” – das beschreibt es sehr gut: Lehne dich sanft in deine Grenzen hinein. Überfordere dich nicht, aber vermeide sie auch nicht.
3. Bleibe Präsent
Achte während der Spiele auf deine eigenen Empfindungen, Gefühle und Bedürfnisse. Bemerke, wo deine Aufmerksamkeit ist. Wenn sie von dir oder deinem Partner abschweift, bring dein Bewusstsein sanft zurück in die Verbindung. Je bewusster du dir deiner selbst bist, desto mehr wirst du aus dieser Erfahrung mitnehmen. Vereinbare auch, dass das Handy und andere digitale Begleiter sich in der Tasche ausruhen dürfen.
4. Vertraulichkeit
Wenn du etwas geteilt hast, das privat bleiben soll, bitte diejenigen, mit denen du es geteilt hast, um Vertraulichkeit. Diese Option steht dir vor, während oder nach dem Sprechen immer offen. Wir nutzen Vertraulichkeit auf Anfrage – statt allgemeiner Vertraulichkeit – weil es uns ermöglicht, das Bitten um unsere Bedürfnisse zu üben, und weil verletzliches Teilen innerhalb und außerhalb eines expliziten Spielrahmens stattfinden kann.
5. Hinterfrage deine Annahmen
Wir alle haben unterschiedliche Vorstellungen davon, was es hinsichtlich Berührungen und des Teilens körperlicher oder emotionaler Intimität “normal” ist. Bevor du jemanden unaufgefordert berührst, persönliche Fragen stellst oder Bitten außerhalb der Spielanweisungen äußerst, frag deinen Partner, ob das für sie in Ordnung ist. Du kannst auch Annahmen über jemandes Erscheinungsbild hinterfragen – wenn jemand distanziert, wütend, verwirrt oder freudig wirkt, kann Nachfragen helfen, Wahrnehmung und Realität in Einklang zu bringen, sodass du mit der Person und nicht mit deiner Vorstellung von ihr in Beziehung treten kannst.